Impfung, Parasitenschutz und Kastration für Freigänger-Katzen

Frühjahr und Sommer sind auch für Katzen schöne Jahreszeiten. Jagdbare Insekten und Kleintiere reizen zum Beobachten und Anschleichen. Selbst die nächtlichen Temperaturen sind so angenehm, dass es Katzen, die es gewohnt sind, Freigang zu haben, für viele Stunden nach draußen zieht.

Als verantwortungsvoller Katzenbesitzer sollten Sie folgende Punkte beachten:
1. Impfschutz: Neben der Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, die auch bei Wohnungskatzen notwendig ist, sollten Sie jede Katze mit Freilauf zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt zusätzlich gegen Tollwut impfen lassen. Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt wird mit Ihnen auch eine Impfprophylaxe gegen Leukose und FIP besprechen.
2. Floh- und Zeckenschutz: Damit Ihre Katze Ihnen keine Flöhe in die Wohnung einschleppt, sollten Sie mit Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt die Möglichkeiten der Floh- und Zeckenprophylaxe besprechen. Entsprechend präparierte Halsbänder sind zwar gleich gut wirksam, wie die sog. Spot-On-Präparate, haben allerdings den Nachteil, dass Ihre Katze mit dem Band hängen bleiben kann.
3. Kastration: Unabhängig vom Geschlecht Ihrer Katze sollten Kater und Kätzinnen nur dann unkontrolliert ins Freie gelassen werden, wenn Sie kastriert sind. Die Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung von Katzen ist aktiver Tierschutz!

Katze rollig – was tun?

Weibliche Katzen sind i.d.R. bereits mit ca. 6 Monaten geschlechtsreif. Unter Umständen bemerken Sie die erste „Rolligkeit“ Ihrer Kätzin überhaupt nicht, da es bei Kätzinnen im Verlauf der Rolligkeit zu einer sog. induzierten Ovulation kommt, d.h. der Eisprung erfolgt in dem Moment, in dem der Kater deckt. Danach ist die Rolligkeit bereits beendet, die typischen Symptome wie Rollen und „klagendes“ Miauen sind nicht mehr zu beobachten. So kann es passieren, dass die Trächtigkeit einer Freigängerin lange unbemerkt bleibt, wenn die Katze sich bei Beginn der Rolligkeit auswärts aufhält und erst nach erfolgreicher Paarung nach Hause zurückkehrt.

Wenn Sie vorhaben, Ihrem „Stubentiger“ den Freigang zu erlauben, sollten Sie frühzeitig mit Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt besprechen, wann der günstigste und notwendige Zeitpunkt für die Kastration Ihrer Katze oder Ihres Katers ist. Sollte es bereits zu einer Rolligkeit gekommen sein, so lassen Sie Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt feststellen, ob eine Befruchtung stattgefunden hat, also eine Trächtigkeit vorliegt.

Tragzeit bei Katzen-Schwangerschaft

Die Tragzeit bei Katzen kann 58-71 Tage betragen, im Durchschnitt dauert sie 62-65 Tage. Im Verlauf der Schwangerschaft können bei Katzen häufig Appetitsschwankungen bemerkt werden (manchmal in Form von Appetitlosigkeit, manchmal regelrechte Fresssucht). Mit zunehmendem Wachstum der Jungen in ihrem Bauch nimmt der Leibesumfang einer Katze zu. Wenn Sie bereits Bewegungen der Jungen durch die Bauchdecke sehen oder fühlen können, steht die Geburt bereits in ein, zwei Wochen bevor. Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt hat mittels Ultraschall die Möglichkeit eine bestehende Trächtigkeit bereits ab dem 20. Tag nach der Paarung anhand der flüssigkeitsgefüllten Fruchtblasen in der Gebärmutter erkennen zu können. Aussagen über die exakte Anzahl der Früchte können meist nicht gemacht werden.

Für die Geburtsbegleitung kann es jedoch durchaus wichtig sein, die Zahl der zu erwartenden Welpen zu ermitteln. Schädel und Skelette der Feten können auf dem Röntgenbild gezählt werden. Dann wird es nötig, einige Tage vor dem Geburtstermin eine Röntgenaufnahme des Bauches der Katze anzufertigen, auf der die dann bereits verknöcherten Skelette und Schädel der Jungen gezählt werden können. Sollte Ihre Katze tatsächlich bereits nach ihrer ersten Rolligkeit tragend geworden sein, sollten Sie sich während Trächtigkeit und Geburtsvorgang von Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt beraten und begleiten lassen, um möglichen Komplikationen zu begegnen und das Risiko für Ihre junge Katze und deren Nachwuchs zu minimieren.

Jana Brinkmann-Werner
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