Die Zecken sind wieder aktiv.

Holzbock: Ixodes ricinus, links adultes Männchen, rechts WeibchenDie in Berlin und Bran- denburg heimischen Ze- cken können gefährliche Krankheiten auf Men- schen und Tiere über- tragen.
Hunde häufiger als Kat- zen, aber auch Rinder und Pferde können sich durch den Stich einer infizierten Zecke anste- cken und erkranken. 

Die nach ihrem Verursacher benannte Erkrankung Borreliose, verursacht durch den Erreger Borrelia burgdorferi, kann hinter unterschiedlichen  Krankheitsbildern verborgen sein.
In vielen Fällen erkrankt das infizierte Lebewesen erst Monate nach der Ansteckung, wenn der Zeckenstich schon längst vergessen ist.
Typische Krankheitszeichen sind Fieber, sowie Bewegungsunlust aufgrund von Muskel- oder Gelenkschmerzen; auch Nieren-, Herz-, Haut- und neurologische Erkrankungen sind, wenn auch seltener möglich.

Seit dem Sommer 2005 existieren außerdem Berichte über die Erkrankung einheimischer Hunde an Babesiose, einer in Berlin sonst bisher nur als „Reisekrankheit“ bekannten Infektion. Übertragen wird dieser Krankheitserreger nur durch den Stich der eigentlich in Feuchtbiotopen heimische Auwaldzecke Dermacentor reticulatus.

Glücklicherweise stehen wir diesen Erkrankungen nicht schutzlos gegenüber!

Auch wenn der Zeckenbefall selbst nicht zu vermeiden ist, so gibt es doch verschiedene Möglichkeiten der Vorbeugung:

1. Hunde können gegen Borreliose schutzgeimpft werden.
Auch wenn der Impfstoff nicht gegen alle krankmachenden Stämme der Borrelien wirksam ist, so ist  “Vorbeugen immer besser, als Heilen!” Weil häufig behauptet wird: “Gegen Zecken könne man impfen”, sei hier noch einmal klargestellt: Die Impfung gegen Borreliose verhindert niemals den Zeckenbefall, sie kann aber in vielen Fällen vor einer gefährlichen Erkrankung schützen.

2. Hunde können vor Zecken geschützt werden
indem der Hund entweder ein entsprechend präpariertes Halsband trägt (Zeckenhalsband) oder aber dem Hund eine gegen Zecken wirksame Lösung zwischen den Schulterblättern aufgetropft wird, (“Spot on Präparat”). Auch wenn kein Präparat 100%igen Schutz bieten kann, so verringern Sie mit beiden Methoden den Zeckenbefall Ihres Hundes deutlich.

3. Zecken müssen entfernt werden. Die Gefahr, dass eine infizierte Zecke Ihrem Hund den Krankheitserreger überträgt, ist auch abhängig von der Verweildauer. Sollten Sie also trotz bisher besprochener Prophylaxemaßnahmen dennoch eine Zecke auf Ihrem Hund finden, so muss diese schnellstmöglich entfernt werden. Zwei Dinge sind dabei besonders wichtig:

Entdeckte Zecken sollten umgehend entfernt werden!1. Verwenden Sie zum Entfernen der Zecke nicht, wie früher immer empfohlen, ein Öl, da die Zecke dann vermehrt Speichel absondert und die Gefahr der Infektion sich damit erhöht.
2. Zecken haben kein Gewinde. Wenn Sie eine Zecke sicher entfernen wollen, Zeckenzangen erleichtern die Entfernung der Parasitendann benutzen Sie eine sog. Zeckenzange, die Sie auch bei Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt  kaufen können. Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt wird Ihnen den Gebrauch der Zeckenzange gerne erklären.
Wenn sie keine Zeckenzange zur vollgesogenes Holzbock-Weibchen nach der EntfernungHand haben, dann führen Sie mit Ihrem Finger auf dem Zeckenkörper solange kreisförmige Bewegungen aus, bis die Zecke sich gelöst hat.
Ziehen und reißen Sie keinesfalls am Körper der Zecke, sonst kann es passieren, dass Sie den Körper abgerissen haben und der Zeckenkopf noch in der Haut Ihres Hundes steckt.
Die Stichstelle sollten Sie nach dem Entfernen der Zecke desinfizieren.

4. Bei allen unklaren Krankheitsbildern, die Ihr Hund zeigt, wird Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt auch an Babesiose und Borreliose denken und entsprechende weitergehende Untersuchungen durchführen. Bei einem positiven Untersuchungsergebnis wird Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt  eine entsprechende Behandlung einleiten.

überarbeitet: 05.05.2009

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