Fragen zu Tierkrankheiten + Antworten von Experten

Folgende Fragen wurden von Tierhaltern an Experten aus dem Bereich Tiergesundheit gestellt. Lesen Sie hier die Antworten.

Eierstockzyste beim Meerschweinchen

Wir haben vor ca. 3 Monaten ein dreijähriges weibliches Meerschweinchen übernommen und waren heute beim TA, da wir ihr eine kleine Gesellin besorgen möchten und sie noch mal durchchecken lassen wollten. Dabei wurde festgestellt, dass in ihrem Bauch etwas nicht ganz in Ordnung ist, aber keine eindeutige Eierstockzyste. Am Dienstag wird sie geröntgt. Was können wir tun, wenn es eine Zyste ist, und können wir trotzdem einen Gefährten besorgen??

Antwort
Eierstockszysten bei weiblichen Meerschweinchen sind in fortgeschrittenem Alter fast die Regel. Nicht immer wird das bemerkt und/oder zum Problem. Nur wenn diese Zysten auch Hormone produzieren, kommt es zum typischen Symptom der symmetrischen kahlen Stellen der Haut in den Flanken. Zur Diagnose kann eine Röntgen- oder noch besser eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, wenn die Zysten nicht sowieso gut tastbar sind. Eierstockszysten können mit Hormonspritzen behandelt werden, lassen Sie sich dazu von Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt informieren.
Grundsätzlich sollten auch Meerschweinchen möglichst zu mehreren gehalten werden, denn sie sind sehr gesellige Tiere. Wenn Ihr Weibchen allerdings immer alleine gelebt hat, kann es unter Umständen schwer sein, es dazu zu bringen, ein zweites Tier zu akzeptieren. Die besten Chancen haben Sie dann tatsächlich mit einem weiblichen Jungtier.

Flohhalsbänder und Zeckenhalsbänder

Was halten Sie von Floh- und Zeckenhalsbändern?

Antwort
Grundsätzlich ist eine Floh- und Zeckenprophylaxe zu empfehlen. Ob nun Halsbänder die optimale Form für Ihr Tier darstellen, ist von dem Präparat und den Lebensbedingungen Ihrer Familie und des Tieres abhängig. Zum Beispiel können Halsbänder nicht empfohlen werden, wenn Hunde viel Schwimmen gehen. Sie sollten aber in jedem Fall ein verschreibungspflichtiges Mittel wählen bzw. bei Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt erwerben, wenn Sie einen tatsächlichen Schutz Ihres Tieres erreichen wollen.

EKH-Perser-Mix verweigert Dosenfutter

Mein roter EKH-Perser Mix Leon (2 1/2 Jahre) fing vor ca. einem Monat damit an das Dosenfutter (Kittekat) zu verweigern. Auch ein mischen mit Trockenfutter führte zu keinem Ergebnis. Nach dem ich sämtliche Sorten ausprobierte, stellte ich fest, dass er nur noch Wiskas frisst! Trockenfutter (Iams) frisst er jedoch gerne und sehr gierig! Kann es einen bestimmten Grund für dieses Verhalten geben oder ist er einfach nur wählerisch? Hat es vielleicht mit der Rasse zu tun?

Antwort
Sie sollten Leon unbedingt bei Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt vorstellen. Dass Katzen plötzlich ihr angestammtes Futter nicht mehr mögen ist ungewöhnlich, wenn der Hersteller nicht die Zusammensetzung geändert hat. Häufig verbirgt sich hinter einer solchen Wandlung der Appetits bzw. der Fressgewohnheiten eine Erkrankung. Lassen Sie innere Organe und vor allem die Zähne überprüfen! Auch bei Veränderungen der Nase (z.B. Schnupfen) ändert sich durch den veränderten Geruchssinn der Appetit.

Dobermannhündin jagt anderen Hund

Meine Dobermannhündin hat mit Leon (EKH-Perser-Mix) seit er da ist (ich schaffte ihn ca. ein Jahr nach ihr an) Probleme. Immer beobachtet sie ihn genau und jagt ihm auch oft nach. Darauf hin sage ich „Pfui“ und schicke sie in ihr Körbchen (wo sie dann noch einige Minuten fiept bis sie ruhig ist). Der Kater verpasst ihr oft einen Krallenhieb dafür, wonach sie in ihr Körbchen flüchtet. Auch zeigt sie „eifersüchtiges“ Verhalten ihm gegenüber. Mit meinem anderem Kater, der vor ihr da war hat sie jedoch kein Problem! Warum zeigt sie dieses Verhalten auch nach zwei Jahren noch, obwohl sie „weiß“, dass ihr Verhalten unerwünscht ist?? Was kann ich tun um eine Besserung zu erreichen? Keines der Tiere ist in meiner Zuwendung zu ihnen benachteiligt.

Antwort
Sie haben ein Problem in Ihrem “Rudel”. Um Ursachen und Lösungsstrategien zu finden, sollten Sie sich unbedingt von Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt beraten oder an eine Kollegin / einen Kollegen mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie überweisen lassen. In einem ausführlichen Gespräch (ggf. einem Hausbesuch) kann dann geklärt werden, wodurch die Probleme entstanden sind und wie Sie als Besitzer “richtig” reagieren sollten, wenn es zu Streitigkeiten kommt.
Allen Tieren gleiche Rechte und Zuwendungen zu erteilen (wie wir Menschen es als “gerecht” empfinden würden), ist in einem “Rudel”, wo es eine hierarchische Struktur gibt, nicht die Methode der Wahl. Stellen Sie sich vor, Ihr Chef würde Sie immer wieder ausschimpfen und an Ihren Schreibtisch schicken, während der Azubi sich Dinge herausnimmt, die Sie als Vorgesetzte eigentlich nicht dulden können………

Terrierhündin hustet

Meine zwölf Wochen alte Terrierhündin hat vor drei Tagen plötzlich angefangen zu husten, nachdem sie an einem Ast geknabbert hat. Ich dachte, es sitzt ihr ein Stückchen Holz quer in der Kehle, aber nach Aussage des Tierarztes soll es sich um Zwingerhusten handeln. Sie hustet weiterhin, vor allem nachts, trotz der Tabletten gegen den Husten, die sie seit drei Tagen bekommt. Langsam mache ich mir Sorgen, ob sie nicht doch etwas quer sitzen hat. Müßte ein Zwingerhusten nicht schneller besser werden?

Antwort
Beim Zwingerhusten handelt es sich um eine durch Viren verursachte hoch ansteckende sog. Faktorenkrankheit. Zusätzlich zu den krankheitserregenden Viren sind meist noch andere “begünstigende” Faktoren notwendig, um beim Tier zum Ausbruch der Erkrankung zu führen. Dazu zählen Immunschwächungen, hoher Infektionsdruck (viele Tiere treffen zusammen), evtl. ungünstige Haltungsbedingungen (Kälte, Schmutz). Da diese Bedingungen früher in Zwingern oft zusammen kamen, entstand der Name “Zwinger”husten. Allgemein kann man aber davon ausgehen, dass bereits der enge und häufige Kontakt mit Artgenossen, wie er in einer Großstadt unvermeidlich ist, zu einer raschen Ausbreitung unter Hunden führt, wie wir es in Berlin immer wieder erleben.
Wie bei anderen Viruserkrankungen auch ist eine ursächliche Behandlung nicht möglich. Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt wird lediglich unterstützende Medikamente einsetzen, die das Immunsystem stärken, die Symptome lindern und ggf. Begleiterkrankungen verhindern sollen.
Das auffälligste Symptom, ein typischer, bellender Husten, tritt meist plötzlich auf. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Hund trotz Tabletten ab und an weiter hustet, nach 7-10 Tagen ist schließlich alles überstanden.

Meerschweinchen kratzt sich

Mein Meerschweinchen kratzt sich seit einiger Zeit mehr als sonst. Er hat sogar an der einen Seite schon eine blutige Stelle. Sollte ich ihn baden? Er würde das sicher nicht sehr mögen.

Antwort
Sie müssen Ihr Tier einer Tierärztin / einem Tierarzt vorstellen. In der Praxis wird man untersuchen, ob vielleicht ein Parasitenbefall vorliegt und wenn, um welche Tierchen (Milben, Haarlinge, Läuse) es sich handelt. Sie brauchen keine Sorgen haben: Es ist nicht nötig, Meerschweinchen mit Parasitenbefall zu baden. Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt kann auch eine Injektion vornehmen oder Ihnen einen Puder oder ein Spray verschreiben.

Kastration beim Kater

Wann (Alter) muss man Kater kastrieren?

Antwort
Je nachdem ob Ihr kleiner Kater ins Freie darf oder ob es sich um ein reines Wohnungstier handelt, wird die Antwort unterschiedlich ausfallen. Bei Wohnungskatern, die die Katzentoilette benutzen, wird Ihnen zu gegebener Zeit (ab dem 6. Monat) ein strengerer Geruch des Urins auffallen, wenn sich der junge Kater seiner Geschlechtsreife nähert. Vorher brauchen Sie nichts zu unternehmen. Wenn Sie den Geruch bemerken, können Sie einen Kastrationstermin vereinbaren. Bei Freigängern kann diese Veränderung des Katerurins unter Umständen unbemerkt bleiben. Um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern, sollten Sie Kater, die Freilauf haben in jedem Fall mit sieben Monaten kastrieren lassen.

Weimaraner-Hündin frisst Kot

Meine Weimaraner-Hündin frisst von klein an Kot. Wir haben schon alles versucht (Käse, Vitamine füttern, Strafen). Wer kann uns helfen??

Antwort
Sie sprechen ein Problem an, das leider gar nicht so selten ist. Dabei kommt Kotfressen bei Hündinnen häufiger vor als bei Rüden. Über die Ursachen kann im Einzelfall nur spekuliert werden. Vor allem Tiere aus reizarmen Zwingeraufzuchten können durch neugieriges Spiel, Langeweile oder Nachahmen des Muttertieres diese Angewohnheit bereits in den ersten Wochen ihres Lebens erlernt haben. Ein Abgewöhn-Training ist dann oft schwer. Manche Tierärzte / innen empfehlen den Einsatz von homöopathischen Medikamenten. Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt kann durch Blutuntersuchungen und ggf. eine Futterrationsanalyse feststellen, ob bei Ihrem Tier ein Mangel an irgendeinem wichtigen Mineral, Vitamin oder Spurenelement vorliegt. Dies trifft jedoch leider nur in den allerwenigsten Fällen zu. Wenn kein Mangel festgestellt werden kann, bleibt nur noch die Möglichkeit einer konsequenten Erziehung.
Ein Wort noch zum Thema Strafen: Wie immer beim Lernen, so können auch in der Hundeerziehung sowohl “Lob” als auch “Strafe” nur als solche empfunden und verstanden werden, wenn sie im richtigen Moment kommen. Wenn Sie also Strafe (z.B. ein scharf gerufenes “pfui”) anwenden wollen / müssen, dann tun Sie dies bitte nur, wenn Sie den Hund direkt beim Fressen von Kot ertappen, nur, wenn Ihre Strafe dazu führt, dass der Hund von seinem Verhalten tatsächlich ablässt und am besten nur, wenn Sie ihn für ein erwünschtes Alternativverhalten (z.B. Herkommen) auch belohnen.
Wenn Sie Ihren Hund durch “pfui” oder “nein” von einem Verhalten abhalten wollen, so müssen Sie vorher sicher sein, dass Ihr Tier den Sinn von “pfui” oder “nein” auch versteht. Man kann das mit Leckerlis üben.
Vergessen Sie später auf Spaziergängen nicht, Ihren Liebling zu belohnen, wenn er sich davon abhalten ließ Kot zu fressen!! Nur dann kann er verstehen, was Sie wünschen.

Durchfall beim Hund

Mein Hund Teddy hat häufig Durchfall. Nach einem Tag Fasten geht es ihm wieder gut. Wieso hilft Fasten eigentlich?

Antwort
Durchfall ist charakterisiert durch eine vermehrte Flüssigkeitsmenge im Kot. Zusätzlich wird dieser flüssige Kot meist auch häufiger abgesetzt, nämlich immer dann, wenn heftige Darmkrämpfe den Darminhalt nach außen befördern. Einen Tag hungern lassen beruhigt Magen und Darm. Wenn kein Inhalt im Darm eine mechanische Stimulation hervorruft, werden weniger Verdauungssäfte produziert, weniger Flüssigkeit von der Darm-Schleimhaut abgesondert und die Bewegung des Darmes (Peristaltik) reduziert.
Wichtig ist: bei längeranhaltenden Durchfällen muss unbedingt eine Tierärztin / ein Tierarzt Ihr Tier untersuchen, sonst können zu viel Flüssigkeit und Mineralien verloren gehen; es droht Austrocknung. Die häufigste Ursache für immer wiederkehrende leicht zu beeinflussende Durchfälle sind übrigens einzellige Parasiten, die von einer “normalen” Wurmkur nicht beseitigt werden. Lassen Sie doch einfach einmal eine (feste) Kotprobe von Teddy auf Parasiten untersuchen.

Tränende Augen bei jungem Schäferhund

Ich habe einen jungen Schäferhund. Seit er bei uns ist, tränen seine Augen stark. Meine Tierärztin sagt, er hätte eine Bläschenentzündung des dritten Augenlides und hat Tropfen verordnet. Es ist aber immer nur solange besser, wie er die Tropfen bekommt.

Antwort
Tränende Augen durch chronische Bindehaut- entzündung sind gerade bei Junghunden bis 1,5-2 Jahren relativ häufig.
Bei der erwähnten Entzündung des dritten Augenlides, der sog. Konjunktivitis follikularis, erscheint die Schleimhaut an der Innenfläche des dritten Augenlides wie die Oberfläche einer Himbeere, was Ihnen Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt bei einer Untersuchung des betäubten Augenlides auch zeigen kann. In den meisten Fällen hilft die konsequente Anwendung von Augentropfen. Ansonsten kann ein Abschaben der Bläschen (ggf. in Narkose) erwogen werden. Tatsache ist, dass diese typischen Entzündungen in den ersten Lebensjahren häufig wieder- kehren, aber dann seltener werden.
Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt muss die Augen Ihres Lieblings für eine exakte Diagnose bei jedem Auftreten von Ausfluss gründlich untersuchen. Neben der Konjunktivitis follikularis könnten auch andere Ursachen, wie Fremdkörper, Verletzungen, bakterielle oder virale Infektionen, aber auch eingerollte Lider, ein “offenes” Auge, falsch angelegte Wimpern oder spezielle imunologische Erkrankungen den Tränenfluß verursachen.

Hunde mitnehmen nach England

Ich habe gehört, man könne Hunde jetzt mit nach England nehmen. Ist das richtig?

Antwort
Ja, das stimmt. Da Großbritannien zu den tollwutfreien Ländern Europas gehört und die Grenzen relativ gut gegen eine Übertragung durch Wildtiere geschützt sind, war es bis vor einiger Zeit verboten, mögliche Tollwutüberträger (wie Hunde und Katzen) zu Reisezwecken einzuführen (ohne Quarantäne). Zur Zeit erlaubt eine Übergangsregelung die Einreise von Tieren, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
Ihr Tier muss eindeutig gekennzeichnet sein (Mikrochip), sowie einen ausreichenden Schutz vor Tollwut durch eine Impfung und eine anschließende Blutuntersuchung nachweisen. Erst sechs Monate nach der Blutentnahme durch Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt (und der Untersuchung der Blutprobe durch ein bestimmtes Labor) wird Ihnen und Ihrem Tier die Einreise gestattet. 48 Stunden vor der Einreise muss Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt eine Zeckenprophylaxe und eine Behandlung gegen Bandwürmer durchführen und bescheinigen. Wenn Sie also lange genug vorher planen, ist es möglich, Ihren Hund mit zu nehmen.
Genauere Einzelheiten besprechen Sie bitte rechtzeitig mit Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt.

Hund hat Knoten unter der Haut

Mein Hund, Deutsch Drahthaar, Rüde, 4 Jahre, hat einen Knoten unter Haut an der rechten Schulter. Der Tierarzt hat gesagt “Tumor” und zur OP geraten, wie kann er da so sicher sein?

Antwort
“Tumor” (latein.) bedeutet zunächst einmal nur Gewächs, Umfangsvermehrung, Knoten. Ob ein Tumor “gutartig” oder “bösartig” ist, kann von außen nicht festgestellt werden. Aussehen, Konsistenz, Wachstumsgeschwindigkeit und Lage des Tumors sowie Rasse und Alter Ihres Tieres können Hinweise geben. Letztendlich wird man im Zweifel immer eher zur OP raten, solange ein Gewächs klein und gut operabel ist. Eine anschließende pathologische Untersuchung bringt dann Gewissheit über die Art und Bedeutung des Tumors.
Übrigens: Auch ein “gutartiger” Tumor (das heißt: einer, der also nur langsam wächst, nicht streut und nach Entfernung keine Tendenz hat, wieder zu kommen) kann zu Schmerzen, Qualen oder zum Tod führen, wenn er an einer Stelle des Körpers sitzt, wo er durch seine reine Anwesenheit oder seine Größe lebenswichtige Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt.

Partner für Rosenköpfchen?

Wir haben ein dreieinhalb Jahre altes Rosenköpfchen, das bis jetzt ca. 150 Eier gelegt hat. Sie ist sehr auf uns fixiert. Nun überlegen wir, ob wir ihr einen Partner kaufen sollen oder ob sie sich nicht mehr umstellen kann. Wozu raten Sie?

Antwort
Ja, die Henne braucht auf jeden Fall einen Partner (auch ohne Eier). Dauerndes Eierlegen ist neben gesteigerter Aggressivität eine der häufigsten Verhaltensstörungen einzeln gehaltener Sittiche und Papageien, (also auch von Rosenköpfchen) und endet unbeachtet häufig mit dem Tod der Tiere.
Die Henne wird einen Partner sicher auch jetzt noch akzeptieren – Voraussetzung: es ist ein erwachsenes Rosenköpfchen des passenden Gegengeschlechtes, also ein sicherer, noch unverpaarter Hahn. Die Verpaarung solcher “fehlgeprägter” Vögel ist schwierig und mag lange dauern – aber unmöglich ist sie nicht.
Das Eierlegen kann möglicherweise auch mit Partner ein Problem bleiben, wenn auch in geringerem Ausmaß. Sie sollten sich deshalb unbedingt in tierärztliche Beratung bei einer Kollegin / einem Kollegen mit entsprechendem Fachwissen begeben.
Hilfe bei der Vermittlung eines geeigneten Partners bietet der Verein Agaporniden in Not e.V. (www.agaporniden.de).

Welches Trockenfutter/Dosenfutter soll ich nehmen?

Welches Trocken- bzw. Dosenfutter wird aus tierärztlicher Sicht wegen seiner einwandfreien Zusammensetzung und Verwendung guter Produkte empfohlen?

Antwort
Wir können kein einzelnes Futtermittel, bzw. keinen einzelnen Hersteller herausstellen, sondern nur ganz allgemein feststellen:
Anforderungen an Tierfuttermittel sind deutlich höher als an Fertignahrungsmittel für Menschen.
Stiftung Warentest hat sowohl Hunde- wie auch Katzenfutter getestet. Bitte informieren Sie sich dort genauer.

Katze leckt sich das Bauchfell

Warum leckt meine Katze sich das Bauchfell und das Fell an den Hinterpfoten immer wieder ab?

Antwort
Das Verhalten Ihrer Katze zeigt deutlich, dass sie ein Problem hat! Dabei handelt es sich entweder tatsächlich um ein organisches Leiden (z.B. Zahnerkrankung, Nierenproblem, Parasiten- befall), oder aber Ihre Katze leidet “psychisch” (z.B. unter einer zweiten Katze, unter zu viel oder zu wenig Zuwendung, unter einer neuen Umgebung, einem neuen Baby, Lebenspartner o.ä. Veränderungen). Durch intensives zwanghaftes Belecken des Fells, meist an den von Ihnen beschriebenen Stellen, verschafft sich Ihre Katze ein alternatives Wohlbefinden: beim Lecken werden körpereigene Opiate (sog. Endorphine) ausgeschüttet, die die Katze in Stress-Situationen beruhigen, aber langfristig auch “süchtig” machen können.
Ihre Tierärztin / Ihr Tierarzt wird feststellen, ob eine organische Krankheit vorliegt und diese behandeln. Die Veränderung zu finden, die für eine Katze eine “psychische Belastung” darstellt, ist nicht einfach und auch nicht immer möglich. Evtl. sollte eine Kollegin /ein Kollege mit Erfahrung in der Verhaltenstherapie hinzugezogen werden.

Wichtig zu wissen ist:
1. Wie ein menschlicher Süchtiger wird auch Ihre Katze nicht ohne Therapie mit dem Lecken aufhören, selbst wenn es gelingt, die Ursache zu finden und zu beseitigen.
2. Wenn nichts unternommen wird, wird sich das Zwangsverhalten über Monate und Jahre immer weiter verschlimmern und schließlich das Allgemeinbefinden der Katze so stark beeinträchtigen, dass sie auch körperlich abbaut (Abmagerung, stumpfes Fell, apathisches Verhalten). In einem solchen Stadium einer Depression ist eine Therapie dann kaum noch möglich.

Diabetes bei Nagern

Was tun bei Diabetes bei Nagern? Degus?

Antwort
Es werden manchmal bei Einzeltieren körperliche Veränderungen beobachtet, aus denen man vermuten kann, dass ein Diabetes mellitus, eine Zuckerkrankheit, vorliegen könnte (z.B. Linsentrübungen, massiver Durst und Harndrang). Nachweis und Therapie sind jedoch schwierig zu bewerkstelligen und sind sicherlich Spezialkliniken für kleine Heimtiere vorbehalten.

Meine Katze hat eine Futtermittelallergie

Wie versorgt man eine Katze mit Futtermittelallergie?

Antwort
Auch bei Tieren nehmen Allergien zu. Diese äußern sich bei unseren Haustieren vor allem in Verdauungsproblemen (Durchfall) oder Hautproblemen (Ekzemen, Juckreiz). Man muss unterscheiden zwischen Futterunverträglichkeiten und echten Allergien. Der Nachweis einer echten Allergie kann sehr schwierig sein. Bluttests können meist nur Hinweise geben. Um eine Futtermittelallergie nach- zuweisen, sollte über mindestens 5-6 Wochen konsequent und ausschließlich eine möglichst “allergenarme” Kost, z. B. Reis und Lammfleisch, verfüttert werden. Nur wenn dann eine Symptomfreiheit erreicht werden kann, kann man durch gezielte Zugabe einzelner Futtermittel austesten, was vertragen wird und was erneut zu Problemen führt und also besser vermieden werden sollte.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Diagnostik und die konsequente Therapie von Allergien sehr viel Engagement und Geduld von Tierärztin / Tierarzt und dem Tierbesitzer erfordern. Gerade bei Katzen ist es wegen ihrer “Eigenheiten” bezüglich der Futtersorte oft schwer, zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen.

Tierärztlicher Notdienst

Ist es möglich, einen 24 Stunden Notdienst in Berlin einzurichten? Zum Beispiel über fünf Tierärzte verteilt (ähnlich wie bei Apotheken)?

Antwort
In Berlin ist eine Rundumversorgung für Ihr Tier gewährleistet: Tagsüber (8-20 Uhr) gibt es überall in der Stadt verschiedene Tierärzte mit den verschiedensten tierhalterfreundlichen Öffnungszeiten. Für die Nächte gilt folgendes: Ab 20 Uhr haben jeweils drei über das Stadtgebiet verteilt liegende Tierarztpraxen Dienst. Diese wechselnden Dienste können Sie über die Telefon-Nr. 832 29 000 erfragen. Außerdem gibt es in Berlin noch tierärztliche Notfall Kliniken, die Tag und Nacht mit Tierärzten besetzt sein müssen. Im Notfall kann Ihnen auch dort jederzeit geholfen werden. Entsprechendes gilt auch am Wochenende ab Samstagmittag bis zum Montagmorgen.

Starke Milchbindung bei Hündin

Meine Hündin, roter Langhaarteckel, 4 Jahre, hat nach jeder Läufigkeit eine starke Milchbildung. Freunde rieten mir, sie decken zu lassen. Nach einem Wurf würden diese Beschwerden verschwinden.

Antwort
Nach jeder Läufigkeit stellt sich der Körper des Hundes auf die bevorstehende Trächtigkeit ein. Egal ob eine Befruchtung stattgefunden hat oder nicht: das Gesäuge und das Verhalten des Tieres ändern sich in unterschiedlich ausgeprägtem Maße (von leichten Wesensveränderungen, verändertem Appetit bis zur Gesäugebildung mit mehr oder weniger starker Milchproduktion). Man nennt diese Veränderungen bei nicht-tragenden Hündinnen “Scheinträchtigkeit”. Es ist richtig, dass diese Veranlagung bei verschiedenen Tieren unterschiedlich stark zu beobachten ist. Man kann auch sagen, dass die “Symptome” der Scheinträchtigkeit von Läufigkeit zu Läufigkeit stärker werden.
Nicht richtig ist jedoch, dass man sie durch eine tatsächliche Trächtigkeit in irgendeiner Weise beeinflussen kann (außer, dass sie während der Trächtigkeit vermutlich noch ausgeprägter sein werden als sonst!).

Braucht mein Kater ein Halsband?

Ich habe einen Kater, der auch ins Freie kommt. Braucht er ein Halsband?

Antwort
Tiere, die ins Freie kommen, sollten grundsätzlich zu ihrer eigenen Sicherheit bzw zur Erleichterung des Auffindens der Besitzer gekennzeichnet sein. Die modernste und sicherste Methode ist heutzutage der Mikrochip, der an der linken Halsseite unter die Haut gespritzt wird. Über die mögliche Gefahr, die freilaufende Katzen für unsere Singvögel darstellen, wird viel gestritten. Ein leicht zerreißbares Halsband (so dass die Katze nirgends hängenbleiben kann) mit einem kleinen Glöckchen wird für Ihre Katze keine Gefahr darstellen, Vogelfreunde in Ihrer Nachbarschaft aber besänftigen.

Übrigens: Es gibt kein Gesetz mehr, Katzen während der Brutzeit der Singvögel im Haus zu halten. Trotzdem sollte jeder soviel Einfühlungs- vermögen haben, seinen Liebling während der Brutzeit der Vögel nach Möglichkeit nicht ständig hinauszulassen. Gerade in der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Vogeleltern Würmer und Insekten sammeln, sind sie oft nicht so wachsam.

Durchfall bei Katze

Meine Katzen waren verfloht, bekamen Tinktur in den Nacken, eine Katze hat viel an der Tinktur geleckt, wurde anschließend krank – Durchfall – beim Tierarzt Leberschwellung festgestellt, Antibiotikum, keine Besserung seit inzwischen 7 Wochen. Was soll ich tun?

Antwort
Es wäre wichtig zu wissen, welches Präparat Ihre Katze bekommen hat. Durch Ablecken können tatsächlich “vergiftungsähnliche” Erscheinungen auftreten. Meistens können die Tiere jedoch erfolgreich behandelt werden. Wenn die Leber betroffen ist (Nachweis über Blutuntersuchungen, ggf. Ultraschall), sollte sie gezielt behandelt werden (Leberschutzpräparate, Infusionen).
Die Ursachen für Durchfälle können sehr vielfältig sein; wenn immer noch Durchfall besteht, muss dies nichts mehr mit dem Ablecken der Tinktur zu tun haben. Wurden Ihre Tiere nach der Beseitigung der Flöhe entwurmt???
Eine Kotuntersuchung könnte helfen festzustellen, ob evtl. Bakterien als Ursache in Frage kommen oder ob die Darmflora gestört ist. Dann müssten je nach Ergebnis Antibiotika, Diätfuttermittel und/oder Präparate für die Darmflora eingesetzt werden.
Sie sollten auf jeden Fall noch einmal bei Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt vorstellig werden und weitere Untersuchungen besprechen.

Flöhe bei Perserkatzen und Hunden

Wie kann man gezielt gegen Flöhe bei Perserkatzen und Hunden vorgehen? Auch, wenn vereinzelt Stellen schon aufgekratzt sind?

Antwort
Sie werden um einen Besuch bei Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt nicht herumkommen. Was diese/r Ihren Tieren verordnen wird, hängt davon ab, wie ausgeprägt die aufgekratzten Stellen sich darstellen. Grundsätzlich sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:
1. vorhandene Flöhe auf den Tieren abtöten
(Bad, Spray, Ampullenbehandlung),
2. Umgebungsbehandlung: Flöhe, Larven und Eier befinden sich in Ritzen, Ecken, Teppichen in der Wohnung (Spray, Verdampfer, evtl. Kammerjäger),
3. Bandwurmbehandlung aller Tiere des Haushaltes: Flöhe sind die wichtigsten Überträger dieser Darmparasiten.
Außerdem sollte überlegt werden, welche vorbeugenden Präparate bei Ihren Tieren sinnvoll wären, damit es gar nicht erst zu einem massiven Befall kommt (Ampullen, Halsbänder, “Pille” für den Floh).
Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Artikel über Flohprophylaxe.

Hund zu anhänglich?

Wir haben einen 8 1/2 jährigen Dobermann Rüden. Das Tier ist an sich sehr auf uns bezogen, zeigt aber im Augenblick eine besondere Anhänglichkeit zu uns. Diese ist so stark, dass wir bereits Sorgen haben. Der Hund weicht kaum von uns, sucht förmlich immer unsere Nähe und legt, wenn wir sitzen und er steht neben uns, seinen Kopf auf unsere Oberschenkel ab. Zeitweise zittert er auch sehr stark dabei. Dies naturgemäß auch, wenn wir mit ihm bei diesem Wetter „Gassi“ gehen und für einige Zeit stehen bleiben, aber das können wir zuordnen. Krankheiten sind uns nicht bekannt.

Antwort
Sie sollten Ihren Hund unbedingt Ihrer Tierärztin / Ihrem Tierarzt vorstellen. Sie / Er wird feststellen können, ob es organische Ursachen (z.B. eine Herzerkrankung) für diese Anhänglichkeit bzw. das Zittern gibt.
Wenn nichts festgestellt werden kann, könnte es sich auch um ein “Verhaltensproblem” handeln. Diese haben die Tendenz sich mit zunehmendem Alter zu verschlimmern, wenn sie nicht behandelt werden bzw. vom Besitzer unwissentlich und ungewollt verstärkt werden. Dass Ihr Hund schon immer sehr anhänglich war, könnte darauf hinweisen. Besonders, wenn Sie das Gefühl haben, das jetzige Verhalten könne etwas mit Ängstlichkeit (hat Ihr Tier evtl. Silvester Angst gehabt??) zu tun haben, fragen Sie Ihre Tierärztin / Ihren Tierarzt; sie / er wird Sie ggf. an eine Kollegin / einen Kollegen überweisen können, die / der sich mit Verhaltenstherapie beschäftigt.

Mein Hund hat Schluckauf

Mein Hund, Golden Retriever, 5 Monate, ist kerngesund. Mir fällt nur auf, dass er vor allem nachts häufig Schluckauf hat. Was könnte ich dagegen tun?

Antwort
Schluckauf bei Welpen und Junghunden ist keine Seltenheit, wie übrigens auch bei menschlichen Babies. Meistens vergehen diese Beschwerden mit zunehmendem Alter. Sie sollten allerdings unbedingt noch einmal untersuchen lassen, ob Ihr Liebling nicht vielleicht von Würmern oder anderen Magen-Darmparasiten befallen ist. Denn diese bei Welpen recht häufig zu findenden Schmarotzer können neben Durchfall und Verdauungsstörungen zum Beispiel auch Schluckauf verursachen.

Hund gegen Zecken impfen?

Mein Tierarzt hat mir geraten, Ronny gegen Zecken impfen zu lassen. Ist das in Berlin wirklich notwendig?

Antwort
Zunächst sei noch einmal klargestellt: Eine Impfung gegen Zecken gibt es nicht. Was seit ein paar Jahren möglich ist, ist eine Impfung gegen die von Zecken übertragene Lyme-Borreliose. Diese Krankheit wird in zunehmender Zahl auch in unseren Breiten, auch in Berlin, diagnostiziert. Nicht immer kann natürlich geklärt werden, ob eine Infektion des Hundes in Berlin oder im Urlaub stattgefunden hat.
Gegen bestimmte Borrelien-Stämme kann eine Impfung schützen. Andere Stämme können aber auch bei geimpften Tieren zu einer Erkrankung führen. Ältere Tiere, die bereits von vielen Zecken befallen waren, hatten wahrscheinlich bereits mit Borreliose-Erregern zu tun und haben vielleicht eine eigene funktionierende Immunität entwickelt. Besprechen Sie das individuelle Risiko Ihres Tieres noch einmal mit Ihrem Tierarzt.
Unabhängig vom Borreliose-Risiko ist aber unbedingt zu einer Zecken-Prophylaxe zu raten. Diese soll dazu dienen, dass Zecken möglichst erst gar nicht saugen können. Dann wird Ihr Tier nicht gestochen und Krankheitsübertragungen oder Infektionen an der Stichstelle werden unwahrscheinlicher.
Um Zeckenbefall vorzubeugen gibt es bei Ihrem Tierarzt Sprays, Ampullen oder Halsbänder.

Jana Brinkmann-Werner
Letzte Artikel von Jana Brinkmann-Werner (Alle anzeigen)