Konkurrenz belebt das Geschäft!?

20 Jahre war „Ein Herz für Tiere“ unangefochten das deutschsprachige Tiermagazin.
Das hat sich gründlich geändert.
Seit Herbst 2002 drängt mit der dem Springer Verlag eigenen Kraft „Bild am Sonntag“s Magazin „TierBild“ in den Markt.
Der Gong-Verlag hat reagieren müssen. „Ein Herz für Tiere“ wurde, so die Chefredakteurin Ursula Birr, gründlich überarbeitet, damit es sich seinen Lesern noch aktueller, spannender, und inhaltsreicher präsen- tieren kann.
 
Konkurrenz belebt das GeschäftWir haben die beiden Magazine im Oktober 2002 gegeneinander antreten lassen:

„Ein Herz für Tiere“ mit einer 92-seitigen Jubi- läumsausgabe und „TierBild“ mit einem 88 Blatt starken „TierBild Spezial“. 


Während sich „Ein Herz für Tiere“ dem Namen des Blattes entsprechend schmusig auf der Titelseite präsentiert, möchte „TierBild“ an gleicher Stelle deutlich aktueller sein. Aus dem bekannt rot unterlegten Hintergrund springen die Folgen des Flutdramas ins Auge des Lesers: „Was ist aus den Tieren geworden?”
Beide Magazine nehmen sich in Reportagen des Themas Hochwasser und seiner Folgen für die Tiere an und berichten auf jeweils drei Heftseiten.
Das „Herz für Tiere“ titelt wieder soft: „Wer nicht schwimmen konnte, brauchte einen Schutzengel“, „TierBild“ ist da in Wort und Bild ungleich direkter: „Fischtod im Hochwasser“, „Kampf dem Ertrinken“, „Tod im Tierpark“ und „Eilenburg: Untergang und Rettung eines Tierparks“ lauten die für ein „Bild“- und „Bild am Sonntag“- Produkt typischen Überschriften.

Berichte über „Promis“ scheinen in Magazinen unverzichtbar.
Während „TierBild“ bereits auf der Umschlagseite Anni Friesinger und Kai Pflaume als erste Tierbotschafter Deutschlands vorstellt, und außerdem eine Homestory über Petra Gerster folgen lässt, darf Günther Fielmann sich bei der Konkurrenz als leidenschaftlicher Ökolandwirt in Szene setzen.

Beide Magazine sind insgesamt sehr übersichtlich gegliedert. Was bei „Ein Herz für Tiere“ Aktuell, Info, Service oder Unterhaltung heißt, unterteilen die anderen in Nachrichten, Service und Unterhaltung, wobei in beiden Magazinen das Auffinden des entsprechenden Teils aufgrund farblicher Hervorhebung gleichermaßen sehr einfach ist. Besonders zu erwähnen ist das Tierverzeichnis in „TierBild“, welches das Auffinden von Berichten zu oder über die aufgelisteten Tiere sehr erleichtert.

Beide Zeitschriften berichten fachkundig und dabei leicht verständlich über die verschiedenen Themen. Sie bieten dem Leser viele praktische Tipps und sind dabei auch noch unterhaltsam.

Während „TierBild“ den Schwerpunkt seines Magazins eindeutig auf den Service-Teil gelegt hat, auf 36 Text-Seiten wird u.a. über Erziehungstricks für Hunde, Katzen und Heimtiere, über Hundesteuer, Übergewicht, Sicherheitssysteme für Hunde in Autos, Hundehotels, Flohbekämpfung und auch die Rechtsprechung berichtet, ist der seitenstärkste Teil bei „Ein Herz für Tiere“ dem Thema Unterhaltung gewidmet.
Beide Magazine nutzen im Serviceteil die Kompetenz der Tierärzteschaft in ihrer Berichterstattung: So gibt es den Tierarzt-Check und die Vorsorge zur Früherkennung von Krankheiten in „Ein Herz für Tiere“; in „TierBild“ zeigt die bekannte Tierärztin und Verhaltenstherapeutin B. Schöning die wichtigsten Tricks bei der Hundeerziehung.
Einig sind sich beide Magazine in der gewünschten Leserzielgruppe: Freunde und Besitzer aller Tierarten, die als Haus- oder Freizeittier gehalten werden. Daneben wird u.a. über einen Naturgarten für bedrohte Schmetterlinge („Ein Herz für Tiere“), Amerikas Berglöwen, die Wanderschaft der Zugvögel oder die Wasseramsel („TierBild“) interessantes Wissen vermittelt.

Bei den jüngsten Lesern dürfte „Ein Herz für Tiere“ mit der Beilage seines „Extra-Magazins für Kinder: Moskito“ vorerst die Nase vorn haben, wenn auch die Kinderreportage über den Beruf des Schäfers in „TierBild“ ebenfalls gut gelungen ist.

Moderne Magazine sind interaktiv, folglich enthalten natürlich beide Blätter attraktive Gewinnspiele, bei denen entweder ein Auto („TierBild“) oder ein verlängerter Wochenendaufenthalt in einem gemütlichen Berghotel nebst Heißluftballonfahrt über den Alpen, eine Digitalkamera sowie 3 Handys („Ein Herz für Tiere“) zu gewinnen sind.

Denen, die daran glauben, wird ein Tier-Horoskop angeboten („TierBild“).
Wichtiger und auch nützlicher sind die TV-Tipps in beiden Magazinen. Kann es doch so gelingen, aus der Flut des täglichen Einerleis der Sendeanstalten interessante Filmbeiträge zum Thema Tier herauszuheben!

Das Layout beider Magazine leidet unter der großen Werbeflut. Andererseits ist ohne ausreichenden Verkauf von Werbung ein Magazin zu einem akzeptablen Preis nicht zu erstellen. Vielleicht lässt sich zukünftig wie auch in anderen bekannten Illustrierten doch über die Platzierung mehr Ruhe in die Blätter bringen.
Beim Preis hat „TierBild“ eindeutig die Nase vorn. Der Verkaufspreis von 1.- € dürfte kaum zu schlagen sein. Allerdings erscheinen 1,50 € monatlich für „Ein Herz für Tiere“ ebenfalls noch günstig.

Fazit:
Beide Magazine sind lesens- und empfehlenswert.
Da „TierBild“ zukünftig ebenfalls als Periodikum erscheint, wird sich über eine gesunde Konkurrenz die Qualität beider Magazine sicher noch verbessern.
Zufriedene Leser werden es danken.

überarbeitet: 07.11.2005

nach oben